Von A wie Altpapier bis Z wie Zellstoff


Hier einige Erläuterungen gängiger Begriffe aus dem Themenfeld Papier.

Altpapier:
Papier-, Karton- und Pappenabfälle. Zur Wiederverwertung gehen sie zurück an Papierfabriken. Bei der Produktion von Recyclingpapier wird ein Anteil Frischfasern zugefügt, da sich die Qualität der Altpapierfasern bei jedem Einsatz verschlechtert.

Bleichverfahren:
Zur Herstellung von weißem Papier werden Faserstoffe gebleicht. Bleichverfahren mit Chlorgas/Elementarchlor führen zu hohen Abwasserbelastungen mit organischen Chlorverbindungen (Chlor). Bei Bleichverfahren mit sauerstoffhaltigen Bleichmitteln (z.B. Wasserstoffperoxid) gibt es keine Belastungen mit organischen Chlorverbindungen (Sauerstoffbleiche).

Feinpapier:
Im weitesten Sinn alle Papiere, die in Druck und Schrift eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu gibt es Packpapier, Pappe, technische und hygienische Papiere.

Flächengewicht:
Drückt das Gewicht einer Papiersorte aus, angegeben wird das Gewicht für jeweils 1 Quadratmeter (=g/qm), wichtig für die Qualitätsbestimmung und Kostenkalkulation.

Hadern-Papiere:
Überwiegend aus Textilabfällen (Baumwolle, Leinen, Hanf) hergestellt und dient für beständige und wertvolle Dokumente. Bis zum 18. Jh. wurde Papier nur aus Hadern hergestellt.

Gestrichenes Papier:
Nach der Papierherstellung wird eine Schicht aufgetragen. Sie verhindert weitgehend das Eindringen der Druckfarbe in den Papierfilz, so dass feine Rasterpunkte schärfer erscheinen und präziser wiedergegeben werden als bei ungestrichenen Papieren. Das qualitätvolle Papier wird auch Kunst- oder Bilderdruckpapier genannt.

Holz:
Holz dient seit 1843 als Rohstoff für die Papierherstellung. In Deutschland wächst mehr Holz nach, als geschlagen wird. Nadelhölzer sind wegen der längeren Faserstruktur besonders geeignet.

Holzfreies Papier:
Wird aus gebleichtem oder ungebleichtem Zellstoff hergestellt und enthält maximal 5% verholzte Fasern (Holzschliff). Dieser Zellstoff ist ein auf chemischem Weg erzeugter Faserstoff aus Holz.

Oberfläche:
Die Oberflächeneigenschaften von Papier sind die Topographie (geometrische Struktur der Papieroberfläche) und Oberflächenfestigkeit des Papiers. Sie prägen den visuellen Eindruck und die Haptik des Papiers.

Papier:
Von Papyrus abgeleiteter Name. Es besteht aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft. Gefertigt durch Entwässerung einer Faseraufschwemmung auf einem Sieb. Dabei entsteht Faserfilz, das verdichtet und getrocknet wird.

Recyclingpapier:
Altpapier kann ca. 5 mal aufbereitet werden. Durch Laugen und Druckluft (Flotation) wird die Druckfarbe des Altpapiers entfernt. Recyclingpapiere sind weicher, dunkler und weniger alterungsbeständig.

Wasserzeichen:
Sichtbare Zeichnung im Papier, dokumentiert Herkunft und Güte: Echtes Wasserzeichen (durch Wasserstoff-Verdrängung und/oder -anreicherung bei der Blattbildung), halbechte Wasserzeichen (durch Prägung der noch feuchten Papierbahn) und limitiertes Wasserzeichen (durch nachträgliche Prägung oder farblosen Aufdruck).

Weißegrad:
Wichtiges Kriterium für die qualitative Paier-Zuordnung.

Zellstoff:
Faserige Masse, entsteht beim chemischen Aufschluss von Pflanzenfasern. Besteht vorwiegend aus Cellulose. Zellstoff ist ein wichtiger Rohstoff der Papierherstellung. 90% des Zellstoffs weltweit wird aus Holz hergestellt.

Quelle: Green Balance Frühjahr 2013